Schwarzwaldhochwasser-Ausfahrt  Januar 2021

Seit fast einem Jahr sind wir Gefangene im eigenen Land – zumindest fühlt es sich für den Wildwasserfahrer, der die ferneren Reviere der Alpen in Österreich, der Schweiz oder Frankreich und Italien als seinen Heimspielplatz auserkoren hat, so an.

 

Da kamen einem die gestiegenen Schwarzwaldpegel des vergangenen Wochenendes wie eine Erlösung von einem sehr langen Übel vor. Wir konnten endlich mal wieder richtig bewegtes Wasser befahren – natürlich unter der Einhaltung sämtlicher Corona-Gesetze und –Verordnungen.

 

Los ging es mit einem frühen Start in das zapfige Wochenende auf der Schönmünzach – dieser Zufluss der Murg zwischen Forbach und Baiersbronn führt nur bei solchen Schneeschmelzen in Verbindung mit Dauerregen genug Wasser, dass er mit dem Kajak befahrbar ist. 

 

Am nächsten Tag waren die Pegel zum Glück immer noch sehr hoch, sodass wir ein bisher relativ unbekanntes Juwel erkunden konnten – Die Rotmurg. Dieser Zufluss der Murg „läuft“ wie die Schönmünzach nur sehr selten, weshalb es uns ohne Zeit zu verlieren an den Einstieg zog. Der Einstieg liegt auf gut 700 Meter über dem Meeresspiegel, sodass noch gut ein halber Meter Schnee auf dem Weg vom Parkplatz zum Bach lag. Diesen Weg konnten wir glücklicherweise wenigstens zu einem kleinen Teil in unseren Booten rutschend zurücklegen. Den größeren Teil mussten wir dann doch leider durch knietiefen schmelzenden Schnee stapfen – uns wurde nicht kalt. 

Schneerutsche.png

Am Einstieg angekommen erwartete uns ein herrlicher Klein-Fluss mit einem Mix aus ruhigeren und schnelleren Stromschnellen, und hin und wieder auch ein kleiner Abfaller. 

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Nach diesem herrlichen Erlebnis ging es zum Tagesabschluss noch zum „fliegen“ an den Geroldsauer Wasserfall. 

 

Durch das über die kurze Stufe am oberen Ende des 6m hohen Falles hochspritzende Wasser nimmt der Paddler meist extrem viel Wasser vor der Brust auf und kann sich kaum von dem Fall lösen. Hierdurch entstehen imposante Bilder. 

geroldsauer Wasserfall.jpg

Mit etwas Glück schafft man es sich mehr von dem Wasser zu lösen und das Kajak wird sichtbarer. 

Überblick Geroldsauer_Hell.jpg

Nach ein paar Runden des freien Fallens hatten wir unser Bedürfnis nach Adrenalin gesättigt und freuten uns den Abschluss-Run im Murgtal, sodass noch eine Befahrung der mittleren und unteren Murg in einem „Whole-Run“ auf dem Plan standen. 

 

Die mittlere Murg zeichnet sich meiner Meinung durch einen unvergleichbaren Charakter aus, welchen man chaotisch aus einem Mix aus technischem und wuchtigem Wildwasser beschreiben könnte. 

 

Die untere Murg wird durch das aus den Seitenflüssen kommende zusätzliche Wasser wuchtiger, aber dafür nicht mehr so technisch anspruchsvoll.

Wildwasser_Murg - Kopie.png

Dennoch gilt: beide Abschnitte der Murg bergen Gefahren, die man auf keinen Fall unterschätzen darf. 

 

Nach diesem Vergnügen konnten wir dann ein durch und durch positives Fazit unter das Wochenende setzen und freuen uns auf baldige weitere Paddelvergnügen.

 

Verfasser: Max Weckerle

 
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Die vorangegangene Zeit der Trockenheit zwang zunächst uns Paddler, erst mal den ersehnten Regen abzuwarten, um einen fahrbaren Wasserstand zu erhalten.
Da wurde diese Zeit zu einem Ausflug zur „Source de la Loue“ in der Region Bourgogne, Franche-Comté genutzt. Diese aus einem Felsenloch des Jura heraus quirrlende und tosende Karstquelle bildet einen mächtigen Wasserfall in ca. 535 m Höhe und ist der Anfang einer Schlucht, in der diese  Wasserkraft einst intensiv genutzt wurde von Mühlen, Schmieden und Flößern – kaum vorstellbar bei dieser Wasserwucht. 
Fragmente sind erhalten und ein Audio-Film erzählt die Geschichte dieser Zeit, dieser Menschen und deren Arbeit um 1750 und später.

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